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Kettnaker
Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM)

Brexit-Problematik bewegt die deutsche Möbelindustrie

10.12.2020

BAD HONNEF/HERFORD. Der Außenhandel mit Großbritannien ist fĂŒr die deutsche Möbelindustrie von hoher Relevanz. Das Vereinigte Königreich stellt den sechstgrĂ¶ĂŸten Exportmarkt fĂŒr die Branche dar. „Vor diesem Hintergrund bewegt die Brexit-Problematik unsere Hersteller derzeit enorm“, stellte Jan Kurth, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der MöbelverbĂ€nde (VDM/VHK-Herford), bei einem VDM-Brexit-Webinar am 10. Dezember fest, das mit rund 80 Teilnehmern rege besucht war.
 
Großbritannien hat die EuropĂ€ische Union bekanntlich Ende Januar 2020 verlassen. Die vereinbarte Übergangsphase lĂ€uft zum Ende dieses Jahres ab, ohne dass es bisher ein Folgeabkommen gibt. Die Verhandlungen ĂŒber einen Handelspakt ziehen sich in diesen Tagen weiter hin. „FĂŒr viele deutsche Möbelhersteller bedeutet diese Ungewissheit ein erhebliches Risiko, das es zu minieren gilt“, sagte Alexander Oswald, Leiter Volkswirtschaft und Außenhandel. Im Fall eines harten Brexits drohen den deutschen Möbelherstellern unter anderem umfangreiche ZollformalitĂ€ten.
 
Das Webinar, das in Zusammenarbeit mit Intertek Consumer Goods und reuschlaw Legal Consultants veranstaltet wurde, widmete sich insbesondere Fragen zur Vertragsgestaltung mit britischen GeschĂ€ftspartnern, regulatorischen Anforderungen und Kennzeichnungspflichten fĂŒr Produkte. An die Möbelhersteller erging unter anderem die dringende Empfehlung, ihre Lieferstrukturen mit Großbritannien – sowohl mit Blick auf den Einkauf wie auch den Export – zu ĂŒberprĂŒfen.
 
Die negativen Auswirkungen des Brexits bekam die Möbelindustrie in den vergangenen Jahren bereits deutlich zu spĂŒren. Von 2016 bis 2019 reduzierten sich die deutschen Möbelausfuhren nach Großbritannien um rund 11 Prozent. In den ersten neun Monaten 2020 sanken die Möbelexporte in das Vereinigte Königreich weiter um 14,4 Prozent auf rund 300 Millionen Euro. 
 
VDM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Kurth unterstrich die Hoffnung auf den zĂŒgigen Abschluss eines fĂŒr beide Seiten vorteilhaften Handelsabkommens bis Jahresende. Damit wĂŒrde die Planbarkeit fĂŒr die Unternehmen erhöht und das Handelsvolumen zwischen der EU und Großbritannien auch im Bereich Möbel stabilisiert.
 

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