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Holzpackmittelbranche: Holzverknappung führt zu starken Preisanstiegen



20.07.2010
HPE: „Mittelfristig keine Entspannung zu erwarten“

Bonn. Die Beschaffung der für die Produktion von Holzpackmitteln benötigten Rund- und Schnittholzmengen gestaltet sich derzeit problematisch. „Momentan gibt es insbesondere im süddeutschen Raum einen Besorgnis erregenden Engpass bei der Versorgung mit dem branchenweit dringend benötigten Rohstoff“, so Siegfried von Lauvenberg, Geschäftsführer des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V. Dieses Phänomen sei nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zu beobachten. Das Ergebnis dieser Entwicklung sind dramatisch steigende Preise, die dem aktuellen Holzpreisindex des HPE zufolge im weiteren Jahresverlauf einen neuen Höchststand erreichen werden.

Die Zahlen sprechen deutliche Worte: Während die Preise für Sperrholz für Verpackungen im ersten Halbjahr 2010 um 25,3 Prozent und für Massivholz für Holzpackmittel um 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark anstiegen, ist die Lage bei OSB für Verpackungen mit Anstiegen von 27,6 Prozent und von Massivholz für Holzpaletten mit Steigerungen von 29,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast schon als dramatisch zu bezeichnen. „Bei Schnittholz ist der Anstieg nachhaltig. Das Rekordniveau der letzten Aufschwungphase 2006/2007 ist in etwa erreicht und es steht zu befürchten, dass die Holzpreise im weiteren Jahresverlauf einen neuen Höchststand erreichen werden“, so Siegfried von Lauvenberg. Diese Ansicht wird von aktuellen Entwicklungen bei den Schnittholzpreisen untermauert: Diese sind nach einer Atempause im Juni im Juli wieder angezogen.

Ähnliche Entwicklungen verzeichnet Timcon (Timber Packaging & Pallet Confederation). Die Vereinigung, welche die Interessen der britischen Paletten- und Verpackungshersteller vertritt, beobachtet aktuell signifikante Preissteigerungen bei den benötigten Rohstoffen und sieht Erhöhungen der Produktpreise als unausweichlich an. Dabei nimmt Timcon Bezug auf den vierteljährlichen „Pöyry Index“. Danach ist der Preis für Palettenholz aus dem Vereinigten Königreich, aus Irland und aus den baltischen Staaten auf den höchsten Stand seit Einführung des Indexes 2001 gestiegen.

„Mittelfristig ist keine wirkliche Entspannung zu erwarten“, erklärt von Lauvenberg. Dies liegt unter anderem an der starken energetischen Nutzung von Holz, einem weiterhin reduzierten Holzeinschlag durch die Waldbesitzer und einer zugunsten von Laub- oder anderen Nadelhölzern verringerten Aufforstung besonders der Fichte, die eine der wichtigsten Holzarten bei der Holzpackmittelproduktion darstellt. Nach Ansicht des HPE ist die energetische Nutzung von Holz im Zuge der Förderung erneuerbarer Energien kritisch zu sehen, da sie der Branche tendenziell die Rohstoffbasis entzieht. „Dies führt zu steigenden Preisen, da die Unternehmen aufgrund der Nachfrage nach Energieholz auf höherwertige und damit teurere Sortimente ausweichen müssen. Deswegen fordern wir den Vorrang der stofflichen vor der energetischen Nutzung“, so von Lauvenberg nachdrücklich.

Einen weiteren wesentlichen Faktor für den momentanen Engpass hat der HPE bei den Waldbesitzern ausgemacht: Aufgrund einer schleppenden Nachfrage Ende des vergangenen Jahres sind die Waldbesitzer davon ausgegangen, dass weniger Rundholz benötigt wird. Daraus ergaben sich bis ins Frühjahr 2010 hinein unterdurchschnittliche Einschlagsaktivitäten. Diese erhöhen sich auch bis auf weiteres nicht, da die Privatwaldbesitzer seit dem Frühjahr keinen nennenswerten Einschlag mehr vornehmen. Das wird voraussichtlich erst ab dem Spätsommer wieder der Fall sein. „So kann der mittlerweile wieder anziehende Bedarf allerdings niemals gedeckt werden“, erklärt der HPE-Geschäftsführer. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Sägewerker den Betrieb in den Sommerferien einstellen und damit zur Schnittholzverknappung beitragen. „Es bleibt daher im Interesse unserer Branche zu hoffen, dass sich die Holzverknappung und die damit einhergehenden Preissteigerungen nicht noch stärker ausweiten werden.“

Grafik: Quartalsweise Holzpreisindizes des HPE 2009/2010

Weitere Informationen unter www.hpe.de

Hintergrund:
Der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V. ist ein Fachverband mit bundesweit rund 360 überwiegend inhabergeführten Unternehmen aus allen Bereichen der Holzpackmittelindustrie, die rund 80 Prozent des Branchenumsatzes von rund 2 Milliarden Euro repräsentieren. Die Mitglieder des HPE e.V. bestehen aus Anbietern von Paletten, Packmitteln, Kabeltrommeln, Steigen und Spankörben aus Holz sowie Dienstleistern aus den Bereichen Verpacken, Containerstau und Logistik.

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Weitere Infos:

Diterich Stoverock
d.stoverock@hdh-ev.de
HDH/VDM Verbände der Holz- und Möbelindustrie
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53604 Bad Honnef
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