Über die Möbelindustrie

Paidi

Über die Möbelindustrie

Anzeichen für Erholung in der Möbelindustrie mehren sich

Umsatzprognose für 2020 angepasst: maximal -5%

Export entwickelt sich schwächer als Inlandsmarkt

Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie und der Möbelfachverbände, erklärt anlässlich der Jahres-Wirtschafts-PK am 24. August 2020 in Köln:

Die Corona-Pandemie hat auch in der deutschen Möbelindustrie tiefe Spuren hinterlassen. Doch scheinen die Einbußen für unsere Branche im Gesamtjahr 2020 nach aktuellem Stand überschaubar zu bleiben. Nach einem drastischen Umsatzeinbruch infolge des Lockdowns im Frühjahr konnte der Negativtrend mit Beginn des Monats Juni gestoppt werden. Die teilweise bereits seit Mai überraschend positive Entwicklung der Auftragseingänge erlaubt einen optimistischen Blick nach vorne – trotz der bestehenden Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie.

Insbesondere die Möbelnachfrage im Inland zeigt sich robust. Die eigenen vier Wände werden in unruhigen Zeiten als sicherer Rückzugsort mehr geschätzt denn je. Die Menschen schichten ihre Ausgaben zugunsten von Möbeln und zulasten von Urlauben und anderen Freizeitaktivitäten um. Für positive Impulse sorgt zudem die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer. Die Steuerersparnis gibt vielfach den Anstoß, geplante Möbelkäufe in die Tat umzusetzen. Eine große Chance auf Absatzsteigerungen für die deutsche Möbelindustrie sehen wir in unserem neuen Herkunftslabel „Möbel Made in Germany“, das für Qualitätsmöbel aus deutscher Produktion steht.

Im ersten Halbjahr betrugen die Umsätze der Branche rund 8,1 Milliarden. Euro – ein Minus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Angesichts der Erholungsanzeichen gehen wir für das Gesamtjahr von einem Umsatzminus von maximal 5 Prozent aus. In den aktuell 469 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten arbeiten 83.051 Frauen und Männer. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Titze hat ein Haushalt in Deutschland im Jahr 2019 im Schnitt 725 Euro für neue Möbel ausgegeben, wobei mehr als die Hälfte des Betrags in die Küche floss.

Möbelindustrie - Wirtschaftliche Auswertung

Der VDM wertet monatlich die wirtschaftlichen Daten der Möbelbranche aus. Ab Ausgabe 03/17 nennt sich deren Zusammenstellung "Möbelindustrie - Wirtschaftliche Auswertung" und ersetzt das "HDH/VDM Wirtschaft kompakt".